Krankenversicherung
Gesetzlich oder privat – die richtige Krankenversicherung ist eine der wichtigsten Entscheidungen, die du treffen kannst. Ich helfe dir, den Überblick zu behalten und das für dich passende Modell zu finden.
GKV oder PKV – was passt zu dir?
In Deutschland besteht eine gesetzliche Krankenversicherungspflicht. Arbeitnehmer, deren Einkommen die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) überschreitet, Selbstständige und Beamte haben die Wahl zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der privaten Krankenversicherung (PKV).
Beide Systeme haben Vor- und Nachteile – und welches besser zu dir passt, hängt von deiner persönlichen Lebenssituation, deinem Einkommen, deiner Familienstruktur und deinen Gesundheitspräferenzen ab.
| Kriterium | Gesetzliche KV (GKV) | Private KV (PKV) |
|---|---|---|
| Beitrag | Einkommensabhängig (prozentual) | Risikoabhängig (Alter, Gesundheit, Tarif) |
| Familienversicherung | Beitragsfreie Mitversicherung möglich | Separate Beiträge je Familienmitglied |
| Leistungen | Gesetzlich definierter Katalog | Individuell wählbar – oft umfangreicher |
| Arztwahl | Kassenärzte; Fachärzte via Überweisung | Freie Arzt- und Krankenhauswahl |
| Wartezeiten | Je nach Leistung und Facharzt | Tendenziell kürzere Wartezeiten |
| Im Alter | Beitrag steigt mit Einkommen | Altersrückstellungen bilden sich auf |
| Vorerkrankungen | Aufnahmepflicht ohne Risikozuschlag | Gesundheitsprüfung, ggf. Ausschlüsse |
Wichtig: Der Wechsel zwischen GKV und PKV ist an gesetzliche Voraussetzungen geknüpft (§§ 5, 6 SGB V). Eine individuelle Beratung ist vor jeder Entscheidung unbedingt empfehlenswert.
Gesetzlich versichert – und trotzdem besser abgesichert
Auch wer in der GKV versichert ist, kann seinen Versicherungsschutz durch private Zusatztarife gezielt erweitern. Diese Tarife schließen Lücken im gesetzlichen Leistungskatalog, ohne einen vollständigen Wechsel in die PKV zu erfordern.
Krankenversicherung für Selbstständige & Freiberufler
Selbstständige und Freiberufler sind nicht automatisch in der GKV pflichtversichert. Sie müssen sich aktiv für eine Absicherungsform entscheiden – und dabei mehrere Faktoren berücksichtigen:
- Freiwillige Mitgliedschaft in der GKV (Beitrag auf Basis des Gesamteinkommens)
- Private Krankenversicherung – häufig attraktiv bei gutem Gesundheitszustand und stabilem Einkommen
- Krankentagegeldversicherung als wichtige Ergänzung bei Arbeitsunfähigkeit
- Berücksichtigung der Altersvorsorge: PKV-Beiträge steigen im Alter ohne Rückstellungen
Krankentagegeld – wenn Krankheit das Einkommen trifft
Arbeitnehmer erhalten bei Krankheit maximal 6 Wochen lang Entgeltfortzahlung vom Arbeitgeber, danach greift das Krankengeld der GKV – das jedoch in der Regel unter dem letzten Nettogehalt liegt. Selbstständige und Freiberufler haben ab dem ersten Tag kein gesichertes Einkommen.
Eine private Krankentagegeldversicherung schließt diese Lücke: Sie zahlt ab dem vereinbarten Karenztag einen täglichen Betrag – unabhängig vom Grund der Arbeitsunfähigkeit.
Hinweis: Höhe und Beginn des Krankengeldes sind im SGB V (§§ 44 ff.) geregelt. Für Selbstständige existiert kein gesetzlicher Anspruch – hier ist private Vorsorge besonders wichtig.
Du hast Fragen zur Krankenversicherung?
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