BU in Teilzeit: Was Mütter über ihre Berufsunfähigkeitsversicherung wissen müssen
BU in Teilzeit:
Was Mütter über ihre Berufsunfähigkeitsversicherung wissen müssen
Du hast eine Berufsunfähigkeitsversicherung – und glaubst, damit abgesichert zu sein. Aber wenn du in Elternzeit warst oder jetzt in Teilzeit arbeitest, kann genau dieser Vertrag im Ernstfall deutlich weniger leisten als du erwartest. Ich erkläre dir, wo die Lücken entstehen – und was du tun kannst, bevor es darauf ankommt.
Das Problem, das die meisten nicht auf dem Schirm haben
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine monatliche Rente, wenn du dauerhaft nicht mehr in der Lage bist, deinen zuletzt ausgeübten Beruf in wesentlichen Teilen auszuüben. So weit, so bekannt.
Was viele Mütter nicht wissen: Die Höhe dieser Rente hängt direkt von der versicherten Summe ab – und die wiederum wurde oft zu einem Zeitpunkt festgelegt, zu dem das Einkommen noch ein anderes war. Wer damals Vollzeit gearbeitet hat, eine BU abgeschlossen hat – und jetzt in Teilzeit ist – hat oft eine versicherte Rente, die nicht mehr zum tatsächlichen Lebensstandard passt.
Und dann gibt es noch das Elternzeit-Thema. Was passiert eigentlich mit deiner BU, wenn du gar keinen aktiven Beruf ausübst?
Elternzeit und BU: Was wirklich gilt
Die Elternzeit ist versicherungsrechtlich eine sensible Phase. Entscheidend ist, was dein Vertrag dazu sagt – und viele Verträge sagen dazu leider wenig oder nichts Gutes.
Der Referenzberuf – welcher Beruf ist eigentlich versichert?
Die meisten BU-Verträge beziehen sich auf den „zuletzt in gesunden Tagen ausgeübten Beruf“. In der Elternzeit übst du keinen Beruf aus. Das wirft eine wichtige Frage auf: Wenn du während der Elternzeit berufsunfähig wirst – welcher Beruf wird dann als Referenz herangezogen?
Was gute Tarife garantieren
Hochwertige BU-Tarife enthalten eine eindeutige Regelung: Der zuletzt ausgeübte Beruf vor der Elternzeit bleibt der Referenzberuf für die Dauer der Elternzeit. Das klingt selbstverständlich – ist es aber nicht.
Wenn dein Vertrag das nicht klar regelt, ist das ein Punkt, den wir uns in der Beratung unbedingt anschauen sollten.
Die Teilzeit-Falle: Zu niedrige BU-Rente
Hier liegt das zweithäufigste Problem, das ich in der Beratungspraxis sehe. Der Ablauf ist immer ähnlich:
Das ist kein hypothetisches Szenario. Das ist der Ablauf, den ich regelmäßig in der Beratung vorfinde.
Die Lösung: Nachversicherungsgarantie
Für Mütter ist die Nachversicherungsgarantie das vielleicht wichtigste Merkmal einer BU-Versicherung – noch vor dem Beitrag.
Eine Nachversicherungsgarantie ermöglicht es dir, die versicherte BU-Rente bei bestimmten Lebensereignissen zu erhöhen – ohne erneute Gesundheitsprüfung. Das ist entscheidend, weil eine Gesundheitsprüfung nach Jahren mit Schwangerschaft, Rückenproblemen oder einer behandelten Depression erheblich schwieriger sein kann als beim ursprünglichen Abschluss.
- Geburt oder Adoption eines Kindes
- Heirat oder Scheidung
- Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit
- Beruflicher Wiedereinstieg nach Elternzeit
- Gehaltserhöhung oder Beförderung
- Abschluss einer Ausbildung oder eines Studiums
- Kauf einer Immobilie
Wichtig: Die Fristen für die Nachversicherung sind begrenzt – meist 3–6 Monate nach dem Ereignis. Wer die Frist verpasst, verliert das Recht auf Anpassung ohne Gesundheitsprüfung.
Was Mütter beim Wiedereinstieg prüfen sollten
Der Wiedereinstieg nach der Elternzeit ist einer der häufig verpassten Momente für eine BU-Anpassung. Dabei ist er ideal: neues Einkommen, neuer Beruf (manchmal), neue Lebenssituation – und damit oft ein legitimes Nachversicherungsereignis.
Was ist, wenn ich noch gar keine BU habe?
Dann solltest du jetzt handeln – nicht nächstes Jahr. Das Alter bei Abschluss und der Gesundheitszustand zum Zeitpunkt der Antragstellung sind die zwei wichtigsten Faktoren für den Beitrag und die Annahmebereitschaft des Versicherers.
Und genau hier liegt eine häufige Falle: Wer nach der Elternzeit zurückkommt, hat manchmal Rückenprobleme durch das Tragen des Kindes, eine behandelte Erschöpfung oder andere gesundheitliche Veränderungen. All das wird bei der Gesundheitsprüfung abgefragt und kann zu Ausschlüssen oder Risikozuschlägen führen.
Deine Checkliste – was jetzt zu tun ist
- BU-Vertrag heraussuchen und Referenzberuf prüfen: Ist klar geregelt, dass die Elternzeit den Referenzberuf nicht verändert?
- Versicherte Rente mit aktuellem Bedarf abgleichen: Würde die Rente deinen tatsächlichen Einkommensbedarf decken – nicht nur dein aktuelles Teilzeiteinkommen?
- Nachversicherungsgarantie prüfen: Gibt es sie? Welche Ereignisse lösen sie aus? Bist du gerade in einem Zeitfenster?
- Letzte Gesundheitsprüfung bedenken: Hat sich dein Gesundheitszustand seit dem Abschluss verändert? Falls ja, möglichst bald handeln.
- Frist nicht verpassen: Hast du gerade ein Lebensereignis – Wiedereinstieg, zweites Kind, neue Stelle? Das Nachversicherungsrecht läuft innerhalb von Monaten ab.
- Anpassung beantragen oder neue BU prüfen: Mit einer freien Versicherungsmaklerin, die Klauseln vergleicht – nicht nur Preise.
Was ich als Mutter selbst erlebt habe
Ich kenne diese Phase nicht nur aus der Beratungspraxis. Ich habe selbst erlebt, wie das Thema Absicherung in der Familienzeit in den Hintergrund rückt – weil andere Dinge drängender erscheinen. Das Kind, der Alltag, der Wiedereinstieg.
Aber genau in dieser Phase entstehen die Lücken, die sich Jahre später als die teuersten herausstellen. Deshalb ist es mir wichtig, das Thema klar zu benennen – ohne Druck, aber ohne Beschönigung. Mehr zur Berufsunfähigkeitsversicherung auf meiner Leistungsseite →
Lass uns deine BU gemeinsam auf Lücken prüfen.
Ob bestehender Vertrag, geplante Anpassung oder erste BU – ich schaue mir deine Situation an und sage dir ehrlich, was gut ist und was nicht. Ohne Druck, ohne Standardlösung.
Zur Arbeitskraftabsicherung →
