BU für Selbstständige
Berufsunfähigkeitsversicherung
für Selbstständige
Als Selbstständige hängt Ihr komplettes Einkommen an Ihrer Arbeitskraft. Kein Arbeitgeber zahlt Lohn weiter, kein Betrieb läuft ohne Sie. Und anders als Angestellte haben viele Selbstständige nicht einmal ein staatliches Auffangnetz, wenn die Gesundheit nicht mehr mitmacht. Genau deshalb ist die Berufsunfähigkeitsversicherung für Sie kein Randthema – sondern die vielleicht wichtigste Absicherung überhaupt.
Warum die BU für Selbstständige
besonders zählt
Bei Angestellten fange ich in der Beratung oft mit dem Satz an: „Ihre Arbeitskraft ist Ihr größtes Vermögen.“ Bei Selbstständigen stimmt das doppelt. Denn Sie haben nicht nur kein Gehalt, das im Krankheitsfall weiterläuft – Sie tragen häufig auch noch laufende Betriebskosten, die weitergehen, egal ob Sie arbeiten können oder nicht.
Rechnen Sie einmal grob durch, was zusammenkommt, wenn Sie über Monate oder dauerhaft ausfallen: der private Lebensunterhalt, die Miete fürs Büro oder die Praxis, laufende Kredite, Leasingraten, vielleicht Gehälter von Mitarbeitern. Und parallel dazu bricht das ein, was das alles bezahlt – Ihr Umsatz.
Die BU-Versicherung springt genau hier ein. Sie zahlt eine vereinbarte monatliche Rente, wenn Sie Ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht mehr oder nur noch eingeschränkt ausüben können.
Das Loch im staatlichen Netz
Hier liegt der entscheidende Unterschied zu Angestellten – und der Grund, warum so viele Selbstständige ihn übersehen.
Angestellte, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, haben zumindest einen gewissen Anspruch auf die staatliche Erwerbsminderungsrente. Die ist niedrig, oft zu niedrig zum Leben – aber sie ist da. Viele Selbstständige zahlen gar nicht erst in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Für sie gibt es dieses Netz nicht.
Verkammerte Freiberufler wie Ärzte oder Anwälte sind ein Sonderfall: Sie haben ihr Versorgungswerk. Dessen Berufsunfähigkeitsschutz reicht aber häufig nicht, weil er oft erst bei vollständiger Berufsunfähigkeit greift. Mehr dazu im Beitrag zur Versicherung für Freiberufler.
Die Umorganisationsklausel –
was Selbstständige wissen müssen
Das ist die eine Klausel, die für Selbstständige gilt und für Angestellte nicht – und die im Leistungsfall über viel entscheidet.
Der Gedanke dahinter: Wenn Sie einen eigenen Betrieb führen, prüft der Versicherer im Leistungsfall, ob Sie den Betrieb zumutbar so umbauen könnten, dass Sie trotz Ihrer gesundheitlichen Einschränkung weiterarbeiten können. Also etwa Aufgaben, die Sie nicht mehr schaffen, an Mitarbeiter abgeben und sich selbst auf das konzentrieren, was noch geht.
Ist eine solche Umorganisation zumutbar möglich, kann die Leistung entfallen. Das klingt hart, ist aber nicht per se unfair – es kommt sehr auf die Formulierung und Ihre konkrete Situation an.
- Einzelunternehmer ohne Mitarbeiter: Hier greift die Umorganisation meist ohnehin nicht – es gibt niemanden, an den man umverteilen könnte.
- Betriebe mit Angestellten: Hier ist die genaue Formulierung der Klausel entscheidend. Gute Tarife setzen enge, faire Grenzen für das, was als „zumutbar“ gilt.
- Gestaltende vs. ausführende Tätigkeit: Wer eine Schlüsselrolle im Betrieb hat, die sich nicht einfach delegieren lässt, ist besser gestellt als jemand, dessen Aufgaben leicht verteilbar sind.
Worauf Sie beim Abschluss achten sollten
Eine BU ist nicht gleich eine BU. Der Preis sagt wenig – die Bedingungen sagen alles. Das sind die Merkmale, auf die es bei einem guten Vertrag ankommt.
Wie hoch die BU-Rente sein sollte
Bei Selbstständigen greift die übliche Faustformel zu kurz, die sich nur am Nettoeinkommen orientiert. Denn Sie müssen mehr abdecken als nur den privaten Lebensunterhalt.
- Privater Lebensunterhalt: Was Sie und Ihre Familie zum Leben brauchen.
- Betriebliche Fixkosten: Was weiterläuft, auch wenn kein Umsatz reinkommt – zumindest für eine Übergangszeit.
- Kranken- und Pflegeversicherung: Die Beiträge laufen weiter und wollen bezahlt sein.
- Altersvorsorge: Im Leistungsfall können Sie oft nicht mehr für die Rente sparen – das reißt eine zweite Lücke, die mitgedacht werden sollte.
Vorerkrankungen und die
anonyme Voranfrage
Viele schieben die BU auf, weil sie eine Vorerkrankung haben und eine Ablehnung fürchten. Verständlich – aber genau hier gibt es einen Weg, der viel Ärger erspart.
Das Problem: Stellen Sie einen offiziellen Antrag und werden abgelehnt, kann diese Ablehnung in einer Datei gespeichert werden, die auch andere Versicherer einsehen. Eine einzige unbedachte Anfrage kann so spätere Anträge bei allen Anbietern erschweren.
Zu diesem Thema gibt es einen eigenen, ausführlichen Beitrag: BU-Versicherung mit Vorerkrankungen.
Wenn die BU nicht geht –
Alternativen
Manchmal ist eine klassische BU zu teuer oder wegen Vorerkrankungen oder eines risikoreichen Berufs nicht zu bekommen. Dann ist das noch kein Grund, ganz auf Absicherung zu verzichten. Es gibt Alternativen, die einen Teil des Schutzes bieten.
- Grundfähigkeitsversicherung: Zahlt, wenn bestimmte körperliche oder geistige Grundfähigkeiten verloren gehen (z. B. Sehen, Gehen, Hände gebrauchen). Oft leichter zu bekommen und günstiger als eine BU.
- Erwerbsunfähigkeitsversicherung: Greift, wenn Sie überhaupt keiner Tätigkeit mehr nachgehen können – die Hürde ist höher als bei der BU, dafür ist sie oft leichter erhältlich.
- Dread-Disease- oder Multi-Risk-Policen: Zahlen bei schweren Krankheiten. Kein vollwertiger BU-Ersatz, aber in bestimmten Situationen eine sinnvolle Ergänzung.
Was Selbstständige mich
am häufigsten fragen
Brauchen Selbstständige wirklich eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Was ist die Umorganisationsklausel?
Was ist eine anonyme Risikovoranfrage?
Wie hoch sollte die BU-Rente für Selbstständige sein?
Was kostet eine BU für Selbstständige?
Die BU ist für Selbstständige keine Versicherung unter vielen – sie ist die, ohne die alles andere wacklig steht. Wer sein Einkommen allein aus der eigenen Arbeitskraft zieht, sollte genau diese Arbeitskraft zuerst absichern.
Der Markt ist unübersichtlich, und gerade bei den Details – Umorganisation, Nachversicherung, Verweisung – trennt sich die Spreu vom Weizen. Genau da vergleiche ich für Sie und finde den Tarif, der zu Ihrer Situation und Ihrem Budget passt.
Ihre Arbeitskraft absichern –
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